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Sonntag, 3. November 2013

Taxi fahren

Mir ist aufgefallen, dass ich noch überhaupt nichts vom Taxifahren hier in Bolivien erzählt habe. Dabei ist das wirklich eine interessante Angelegenheit, die dringend erwähnt werden sollte.

Anders als in Deutschland hat man hier eigentlich immer die Möglichkeit, sich ein Taxi von der Straße anzuhalten. Es gibt zwar auch Ruftaxis, aber wozu warten wenn non stop welche vorbeifahren? Nachdem man sich ein Taxi rangewunken hat, wird der Preis verhandelt. Und der ist meistens unabhängig davon, wie viele Leute mitfahren, sondern hängt allein von der Strecke ab. Wenn einem der Preis nicht passt versucht man es einfach beim nächsten, aber meistens sind die Fahrer verhandlungsbereit (vor allem wenn sie merken, dass man sonst zur Konkurenz wechselt) und man wird sich irgendwie einig.


Und um nochmal zur Mitfahreranzahl zu kommen: Das funktioniert hier frei nach dem Motto: Einer geht noch rein! Mein Highscore bis jetzt beträgt 8 Leute + Fahrer in einem Taxi (2 auf dem Beifahrersitz, 5 auf der Rückbank und einer im Kofferraum). 

Sonntag, 13. Oktober 2013

Flota fahren

Am 07.09. sind wir, das heißt alle Freiwilligen aus Santa Cruz, mit der Flota nach Sucre gefahren, um dort unser Visum zu beantragen. Eine Flota ist ein großer Reisebus, mit dem man von einem Ort zum andern fahren kann (Wer hätte das gedacht?!). Man kann dafür verschiedene Ausstattungen buchen, von „mäßig bequem“ bis „jeder hat sozusagen ein Bett für sich“. Meiner Meinung nach bleibt Busfahrt Busfahrt, aber es stimmt schon, ein breiter Sitz den man zurücklehnen kann macht das Ganze um einiges angenehmer. Vor allem wenn die Fahrt etwa 14 Stunden dauert. Unterwegs haben wir zwei Mal Pause gemacht, ansonsten hat der Fahrer die ganze Strecke am Stück bewältigt. Respekt dafür, ich hätte nicht die ganze Nacht durchfahren können. Dafür habe ich aber ziemlich gut geschlafen.
Man fährt mit der Flota in der Regel abends los, hat dann noch einige Stunden Zeit um die Landschaft zu betrachten und zwischen 6 und7 wird es dunkel. Wobei es auch dann noch interessant war aus dem Fenster zu schauen: Die Sterne am schwarzen Himmel, die Berge, die man nur als Schatten erkennen konnte, die Hänge und Pflanzen die im Scheinwerferlicht auftauchten... Der Anblick hatte irgendwie etwas Unwirkliches.
Die Rückfahrt am 04.10. lief auch gut und hat sogar nur 12 Stunden gedauert. Das heißt wir sind um 4 Uhr morgens in Santa Cruz angekommen… Dummerweise bin ich im Halbschlaf um die Uhrzeit zu nichts zu gebrauchen und hab es geschafft meine Schuhe (mein zweites Paar, die ich in einer extra Tüte dabei hatte, nicht die, die ich anhatte!) in der Flota zu vergessen. Also musste ich nach dem Frühstück statt ins Bett zum Busterminal zurück und mich bis zu den Fundsachen durchfragen, was erstaunlicher Weise, wenn man meine Sprachkenntnisse bedenkt, auch geklappt hat. Meine Schuhe hab ich aber leider nicht wiederbekommen, werd wohl neue kaufen müssen.  

neue Schuhe!

Mittwoch, 21. August 2013

Micro fahren

Wenn man sich in Santa Cruz, ohne ein eigenes Auto zu besitzen, schnell fortbewegen möchte, muss man Micro fahren. Micros sind die Busse hier. Sie haben etwa 20 Sitzplätze und eine ungezählte Menge Stehplätze (Scheu vor Körperkontakt ist hier fehl am Platz). Auf den verschiedenen Anillos (die Ringstraßen) und Avenidas (die geraden Straßen, die nach außen führen) von Santa Cruz fahren verschiedenen Buslinien non stop ihre Strecken. Leider bin ich noch nicht ganz dahinter gestiegen, welche Buslinie ich wann nehmen kann. Die 21 und alles mit 60 fährt in die Innenstadt und auch wieder raus, die 79  fährt zur Sprachschule, und die 23 ist keine gute Wahl, wenn man die andere WG besuchen möchte. Mehr habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können. Das coole am Micro fahren ist, dass man überall einsteigen kann. Es gibt hier keine Haltestellen, man muss sich an den Straßenrand stellen, eine Micro zu sich winken und dann den Fahrer bitten anzuhalten, wenn man sein Ziel erreicht hat Egal wie weit man fährt, man zahlt immer zwei Bolis (etwa 20cent) pro Fahrt.


Der Verkehr hier ist unglaublich. Straßenschilder hab ich fast noch nicht gesehen, rote Ampeln werden gerne mal ignoriert und die Vorfahrtsregelung ist mir ein komplettes Rätsel. Auf zwei bis drei Spuren fährt hier jeder scheinbar wie er will, aber trotzdem habe ich noch keinen einzigen Unfall gesehen. Ich werde trotzdem hier ganz sicher kein Auto fahren, zu Fuß die Straße zu überqueren ist für mich Abenteuer genug. Wer glaubt, dass in deutschen Großstädten dreist gefahren wird, wird hier eines anderen belehrt werden. Interessant finde ich auch die Fahrzeuge die hier rum fahren. Von verbeulten Kleinwägen, die beim angucken zu verrosten scheinen, bis hin zu polierten Pick Ups ist alles vertreten. Ab und zu sieht man auch einen Pferdekarren. Solche Gegensätze findet man hier allerdings überall, nicht nur bei den Autos. Die Unterschiede zwischen den Häusern, den Menschen, den Stadtteilen und den Läden (um nur wenige Beispiele zu nennen) sind allgegenwärtig und machen Santa Cruz meiner Meinung nach zu etwas besonderem. 

Aus der Micro raus fotografiert

Ein eher seltener Anblick

Micros

Man sieht vielleicht, dass die Beinfreiheit eingeschraenkt ist..

Heimweg vom Sprachkurs