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Sonntag, 2. Februar 2014

Zwischenseminar

Vom 13.01. bis zum 17.01. hat das Zwischenseminar in Sucre stattgefunden, und obwohl ich seit dem langwierigen Visumsverfahren nicht so scharf drauf war wieder dorthin zu fahren, haben wir uns am 12.01 abends auf den Weg gemacht. Die Flotafahrt war nicht weiter erwähnenswert, nur sehr ruckelig (die Straße nach Sucre ist nicht übermäßig gut ausgebaut).

Das Seminar selbst war allerdings wirklich interessant. Es wurde viel über die Geschichte Boliviens erzählt, seine politische Lage und über die Wirtschaft. Auch wenn all diese Themen mich in der Schule nie sonderlich fesseln konnten, wars diesmal gar nicht so schwer zuzuhören. Ich würde zwar lügen, wenn ich behaupten würde immer voll bei der Sache gewesen zu sein als es um die Geschichte ging, aber ihr wisst schon, wie ich das meine. Ich fand es auf jeden Fall nicht allzu tragisch, dass neben den verschiedenen Vorträgen nicht so viel Zeit geblieben ist, um tagsüber in die Stadt zu gehen.

Schön wars auch die Freiwilligen in Sucre mal wieder zu sehen. Es ist ja jetzt doch schon einige Zeit vergangen und auch bei ihnen hat sich einiges getan. Gab also viel zu erzählen und viele Fotos zu zeigen.


Zusammenfassend lässt sich über das Seminar folgendes sagen: Dafür, dass ich vorher wirklich absolut unmotiviert war, gings ziemlich schnell rum und war echt interessant.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Tarabuco

Wenn man schon mal in Sucre ist, lohnt es sich auf jeden Fall sonntags mal nach Tarabuco zu fahren. Dann ist nämlich Markttag, und man kann wirklich alles kaufen, was das Herz begehrt. Am 22.09. haben wir die 2 Stunden Busfahrt auf uns genommen und haben uns das ganze mal angeschaut. Fazit: Wirklich sehenswert, aber auch sehr touristisch.







Flota fahren

Am 07.09. sind wir, das heißt alle Freiwilligen aus Santa Cruz, mit der Flota nach Sucre gefahren, um dort unser Visum zu beantragen. Eine Flota ist ein großer Reisebus, mit dem man von einem Ort zum andern fahren kann (Wer hätte das gedacht?!). Man kann dafür verschiedene Ausstattungen buchen, von „mäßig bequem“ bis „jeder hat sozusagen ein Bett für sich“. Meiner Meinung nach bleibt Busfahrt Busfahrt, aber es stimmt schon, ein breiter Sitz den man zurücklehnen kann macht das Ganze um einiges angenehmer. Vor allem wenn die Fahrt etwa 14 Stunden dauert. Unterwegs haben wir zwei Mal Pause gemacht, ansonsten hat der Fahrer die ganze Strecke am Stück bewältigt. Respekt dafür, ich hätte nicht die ganze Nacht durchfahren können. Dafür habe ich aber ziemlich gut geschlafen.
Man fährt mit der Flota in der Regel abends los, hat dann noch einige Stunden Zeit um die Landschaft zu betrachten und zwischen 6 und7 wird es dunkel. Wobei es auch dann noch interessant war aus dem Fenster zu schauen: Die Sterne am schwarzen Himmel, die Berge, die man nur als Schatten erkennen konnte, die Hänge und Pflanzen die im Scheinwerferlicht auftauchten... Der Anblick hatte irgendwie etwas Unwirkliches.
Die Rückfahrt am 04.10. lief auch gut und hat sogar nur 12 Stunden gedauert. Das heißt wir sind um 4 Uhr morgens in Santa Cruz angekommen… Dummerweise bin ich im Halbschlaf um die Uhrzeit zu nichts zu gebrauchen und hab es geschafft meine Schuhe (mein zweites Paar, die ich in einer extra Tüte dabei hatte, nicht die, die ich anhatte!) in der Flota zu vergessen. Also musste ich nach dem Frühstück statt ins Bett zum Busterminal zurück und mich bis zu den Fundsachen durchfragen, was erstaunlicher Weise, wenn man meine Sprachkenntnisse bedenkt, auch geklappt hat. Meine Schuhe hab ich aber leider nicht wiederbekommen, werd wohl neue kaufen müssen.  

neue Schuhe!

matar el tiempo

Nachdem uns gesagt worden war, dass wir etwa eine Woche bis 10 Tage in Sucre sein würden, haben wir doch ein wenig mehr Zeit dort verbracht. Es waren dann nämlich fast vier Wochen, die wir auf unser Visum warten mussten. Das lag daran, dass sich dieses Jahr irgendwas mit dem Visumsverfahren geändert hat, aber fragt mich bitte nicht was. Außerdem sind einige unserer Dokumente wohl zwischendurch in La Paz verloren gegangen und mussten neu bearbeitet werden, ein Stempel hat auf dem polizeilichen Führungszeugnis gefehlt und dann hat noch eine Unterschrift recht lange auf sich warten lassen, was das ganze noch zusätzlich verzögert hat. Es blieb einem nichts anderes übrig als sich in Geduld zu üben und über die dehnbare Bedeutung des Wortes „mañana“ nachzudenken, was einem zwar immer auf die Frage, wann es weitergehe, geantwortet wurde, aber nie eingetreten ist.

In der Wartezeit hatte man dafür die Möglichkeit, sich viele tolle Wege zu überlegen, wie man den Tag rumkriegen kann. Unter anderem haben wir uns natürlich Sucre angeschaut, haben Ausflüge in die Umgebung gemacht, waren wandern oder haben andere touristisch vertretbare Dinge unternommen. Normale Dinge eben, die man so macht, wenn man „Urlaub“ in einer fremden Stadt hat. Allerdings wurde auch gehäkelt, gestrickt, geknüpft, gebacken und gekocht (obwohl man in der Herberge verpflegt wurde) und wer damit nichts anfangen konnte hat eben Filme und Serien geguckt, bis der Tag rum war.


Und trotz all dieser Bemühungen hatte man meistens noch genug Zeit, in der nichts zu tun war, was auf Dauer wirklich richtig langweilig wurde. Ich habs fast schon vermisst meine Wäsche zu waschen, zu putzen und einkaufen zu gehen, wie es hier in Santa Cruz der Fall ist, weil man dann wenigstens was zu tun hat.  

Fiesta de la Virgen de Guadalupe

Am 08.09. wird in Sucre die Fiesta de la Virgen de Guadalupe gefeiert. Das ist die Schutzpatronin der Stadt, und dementsprechend groß ist die ganze Veranstaltung. Schon eine ganze Zeit vorher wird geprobt und geübt, und es ziehen Tanzgruppen und Kapellen durch die Straßen. Am Festtag selbst ging es dann morgens schon los, und bis nachts um 3 konnte man sich die Umzüge anschauen, die überall in der Stadt waren. Es hat mich alles ein wenig an Karneval erinnert, die Leute tragen Kostüme und tanzen verschiedene Tänze. Überall kann man Essen und Süßigkeiten kaufen, es spielt überall Musik und an der Plaza war ein Durchkommen kaum möglich. Außerdem gibt es dauernd Feuerwerk, eben alles, was zu so einem Fest gehört.








mehr Spanisch...immer mehr...und mehr...

Genau wie in Santa Cruz habe ich auch in Sucre einen Sprachkurs besucht. Der war allerdings jeden Tag (außer am Wochenende) und bei Profesora Monica. Mein Eindruck war, dass Monica ein ganzes Stück strenger ist als Nicole, und auch um einiges mehr verlangt. Fand ich aber um ehrlich zu sein richtig gut, dann war man nämlich gezwungen wirklich mal was zu machen! Was auch richtig gut war, ist, dass sie Englisch spricht, wodurch ich leicht Dinge nachfragen konnte, die ich absolut nicht verstanden hatte. Außerdem hat sie sich mit mir immer in einem für mich sehr angenehmen Tempo unterhalten, was Andere sicher als einschläfernd langsam empfinden.

Das ist mir aber grad mal egal, ich bin einfach stolz drauf langsam Fortschritte zu machen. Leichte Texte verstehe ich mittlerweile recht problemlos, vorausgesetzt es kommt kein Futur drin vor und ich hab ein Wörterbuch zur Hand. Futur erkenne ich nämlich leider erst auf den 100sten Blick (Bei Gelegenheit werde ich mir das Ganze aber noch mal in Ruhe zu Gemüte führen, bin sehr optimistisch dass das dann kein Problem mehr sein wird), und das hält beim Lesen ganz schön auf.
Was das Sprechen angeht werde ich auch besser, immerhin schaffe ich es langsam mich irgendwie verständlich zu machen. Einen Preis für Rhetorik wird mir allerdings trotzdem so schnell niemand verleihen!

Parque Bolivar

Der Paque Bolivar ist, wie der Name schon sagt, ein Park in Sucre. Mir fällt es schwer eine riesen Geschichte über einen Park zu erzählen, aber es sei gesagt: Dort ist es verdammt schön, man kann gemütlich auf einer Parkbank im Schatten unter den großen Bäumen chillen und wer Lust hat kann auf den kleinen nachgebauten Eifelturm in der Mitte des Parks klettern und sich das ganze mal von oben anschauen. Gleich neben dran gibt es auch einen großen Spielplatz, den haben wir aber leider nicht mehr besucht.


der Park

mehr Park

Park von oben





Mittwoch, 9. Oktober 2013

kleiner Triatlon...



Am 28.09. waren wir mal richtig aktiv! Da stand nämlich eine Mountainbike-Wander-Schwimm-Tour auf dem Programm. Gebucht haben wir die über das Touristenbüro vom Joyride, und morgens mehr oder weniger pünktlich um 10 Uhr gings los.Mitgefahren sind Caro, Hannah, Leo, einige andere Touristen und zwei Guides.

Zuerst sind wir zu einer Art Halle gelaufen, wo man seine Ausrüstung und ein Fresspaket bekommen hat. Anschließend ist man mit dem Auto ein Stück aus der Stadt raus, alles noch ganz entspannt und locker. Dann folgte die Fahrradstrecke. Die ging zwar meistens bergab, was ja nicht so besonders anstrengend klingt, aber dafür war die Straße eine staubige, zerfahrene Schotterpiste, und das war dann doch nicht ganz so entspannt. Gut durchgeschüttelt haben wir unseren ersten Rastplatz erreicht, und nach 10 Minuten Pause ging es weiter. Diesmal auch leicht bergauf. Ich könnte es jetzt zwar ausschließlich auf die Höhenluft schieben, aber Fakt ist, ich bin einfach nicht übermäßig fit, und bin dementsprechend ganz schön außer Puste geraten. Da hab ich mich richtig gefreut als es hieß: Ab hier wird gewandert!
Der Wanderweg, der vor uns lag, wäre in Deutschland sicher auf keiner Karte verzeichnet gewesen, aber ich fand ihn richtig schön. Die meiste Zeit ist man neben einem Fluss entlang gekraxelt, mal auf einem recht breiten gut begehbaren Pfad, mal einfach nur über Felsen. Nach einiger Zeit haben wir dann unsere Mittagspause am Fluss eingelegt. Mit den Beinen im kalten Wasser hat sichs wirklich gut aushalten lassen, und ich war schockiert als die Guides zum Aufbruch riefen, weil ich noch nicht gehen wollte. Es hat sich aber herausgestellt, dass wir nur ein Stück flussabwärts gehen sollten, wo er breiter und tiefer war. Und dort war dann mein absolutes Highlight: Wer wollte konnte schwimmen gehen. Da war ich natürlich gleich dabei, obwohl das Wasser wie schon gesagt richtig kalt war. Schwimmen ist allerdings vielleicht ein wenig übertrieben ausgedrückt, planschen triffts eher. Hat trotzdem Spaß gemacht und ich fands schade als wir uns auf den Rückweg machen mussten.

Wir sind den Weg, den wir gekommen sind, zurück gewandert, mit dem Fahrrad zum ersten Rastplatz zurück, und dann mit dem Auto wieder nach Sucre. War auch ganz gut so denke ich, die restliche Radstrecke wäre ja nur bergauf gegangen und man war doch ziemlich platt nach dem Tag. Abends hab ich auf jeden Fall geschlafen wie ein Stein.


Fluss

Sucre

Sonnenbrand ahoi

einfach schwimmen ;)

nochmal Fluss

Sucre

Sucre ist die verfassungsmäßige Hauptstadt von Bolivien und liegt auf einer Höhe von 2790 Metern. Das bedeutet es liegt ganze 2374 Meter höher als Santa Cruz, und da bleibt einem schon mal die Luft weg, wenn man anfällig für Höhen ist.
Sucre wird auch la ciudad blanca genannt, die weiße Stadt, was an den vielen weißen Gebäuden in der Innenstadt liegt. Mein erster Eindruck von der Stadt war jedoch alles andere als weiß. Liegt vielleicht daran, dass ich total verpennt am Busterminal angekommen bin und nicht im Zentrum. Dennoch sieht Sucre bei Sonnenaufgang auch dort schön aus. Der erste Unterschied zu Santa Cruz, der mir ins Auge gefallen ist, sind die Höhenunterschiede. Man läuft dort entweder bergauf oder bergab, was anderes gibt es selten. Damit wären wir auch schon beim zweiten Unterschied: man kann viele Strecken einfach zu Fuß gehen. Von der Jugendherberge, in der wir untergebracht waren, bis zur Plaza läuft man etwa 15-20 Minuten und auch sonst lässt sich alles leicht erreichen. In Santa Cruz könnte man zwar auch laufen, aber das wäre schon eher eine mehrstündige Wanderung. Und der dritte Unterschied: die Aussicht! In Santa Cruz ist mir nie aufgefallen, dass man keine richtige Aussicht in die Ferne hat. In Sucre kann man von fast überall wunderbar die umliegenden Berge betrachten.
Natürlich ist das nicht alles was die beiden Städte voneinander unterscheidet, man könnte sicher noch 100 andere große und kleine Beispiele bringen, aber das waren die ersten Sachen, die mir besonders aufgefallen sind.
Gegen Abend des ersten Tages, den wir dort waren, hat sich zum Beispiel gezeigt, dass das Klima um einiges kälter ist: ich war noch nie so froh über drei Decken und einen Schlafsack!


auf dem Weg zur Plaza


ein Teil vom Mercado Central



bei der Plaza


Aussicht auf Sucre

die Plaza


Sonntag, 6. Oktober 2013

Joyride


Das Joyride ist ein Cafe-Restaurant, wo hauptsächlich Touristen sitzen, aber auch einige Bolivianer. Was das ganze so anziehend macht: die Nachtisch-Happyhour. Von 4-7 Uhr abends konnte man sich Nachtisch bestellen und hat zwei Sachen zum Preis von einem bekommen. Natürlich haben wir dieses Angebot gerne wahrgenommen. Mein absoluter Favorit: der Schokokuchen!




Das Hostel


Während unseres Aufenthalts in Sucre waren wir in der Herberge von Hostelling International untergebracht, wo auch die Anderen von unserer Freiwilligengruppe wohnen. Während die allerdings in ihrem eigenen Freiwilligenbereich hausen, wurden wir ganz normal in den Gästezimmer untergebracht. Die waren teilweise richtig schick, mit eigenem Bad und allem, meins hatte allerdings Ähnlichkeit mit einer geräumigen Abstellkammer. War aber trotzdem ok, man hat dort eigentlich eh nur geschlafen.

Es gab jeden Tag Frühstück, Mittagessen und Abendessen, man musste sich also nicht unbedingt selbst was kaufen. Hat man aber meistens trotzdem, aus dem einfachen Grund, dass das Frühstück immer aus Brötchen mit immer derselben Marmelade bestand und dass das Mittagessen bzw. das Abendessen nicht immer lecker war. Meistens wars prima essbar und lecker, aber eben nicht immer. Außerdem konnte man irgendwann keine(n) Kartoffeln/Nudeln/Reis mehr sehen, was in der Regel immer Bestandteil der Mahlzeiten war. Und was mir auch gefehlt hat waren einfache Sachen wie Obst oder Gemüse. Da ist man dann doch mal einkaufen gegangen oder einfach wo anders in der Stadt essen gewesen.

Sonst war das Hostel richtig gemütlich, und es war schön die Anderen mal wieder zu sehen. Es kam selten vor dass man auf dem Balkon oder bei der Küche niemanden angetroffen hat. Deutlich seltener war man alleine, was ich auf Dauer glaube ich nicht so gut ertragen könnte. In Santa Cruz bin ich zwar auch nie wirklich für mich, aber dort sind wir ja zu dritt, und das ist kein Thema mit Mari und Caro. Im Hostel war dafür immer was los, von morgens bis abends. Übers Wochenende sind dann noch häufig Weltwärtsfreiwillige aufgetaucht, die in den umliegenden kleinen Dörfern arbeiten. Es kam mir vor wie ein permanentes Kommen und Gehen, was für ein paar Wochen mal ganz cool ist, aber ich war doch froh wieder in Santa Cruz anzukommen.

Ein weiterer Pluspunkt im Hostel war das freie WLAN, auf jeden Fall für diejenigen, die ein Laptop dabei hatten. Hatte ich nicht, aber zum Glück konnte ich mir immer mal eins leihen, und so wenigstens immer mal ein paar E-mails beantworten oder chatten. Die Verbindung war aber eher suboptimal, und mir hat die Geduld gefehlt um zum Beispiel meinen Blog zu aktualisieren. Da gehe ich lieber ins Internetcafe, ist einfach deutlich schneller.
mein Zimmer

der Innenhof

eines morgens am Hosteleingang... diese unmengen Freiwilligen aber auch...

die Hostelkatze: Choco oder auch el gato

der Balkon

einmal Kreuzberg und zurück


An einem wunderbaren untätigen Tag haben wir beschlossen, dass wir ja mal ein Stück wandern könnten. Michel hat sich dann dafür eingesetzt, dass wir zum „Kreuzberg“ laufen könnten, der direkt an Sucre angrenzt. Wir haben ihn mal so getauft, weil oben drauf ein großes Kreuz steht, dass nachts beleuchtet ist. Über die Wanderung an sich lässt sich nicht so viel erzählen, aber es sind ein paar wirklich tolle Bilder entstanden.
Der besagte Berg

Anfang Aufstieg

Aussicht auf Sucre

Immer weiter...

Aussicht in die andere Richtung

oben angekommen!

Sie haben ihr Ziel erreicht.